Restaurantbesuch: "Hoshi" Leipzig

"Hoshi Japanese Restaurant"

Das Restaurant

Blick von unserem Tisch auf
das große Sake-/
Getränkeregal

Das "Hoshi Leipzig" bezeichnet sich selbst als "Japanese Restaurant" gleich im Namensuntertitel. Dazu muss man sagen, dass es sich auch hier, wie so oft in Leipzig, nicht um Japaner handelt, sondern Vietnamesen, die dieses Restaurant betreiben. Uns hat das "Japanese Restaurant" im Namen gestört aufgrund der Qualität, aber dazu später mehr weiter unten. Zum Verständnis für meine spätere Kritik möchte ich an dieser Stelle erst einmal aus der Speisekarte zitieren. Nachdem wir dies gelesen hatten, hatten wir entsprechend hohe Anforderungen:

"Hoshi (…) - Der Name „Hoshi“ stammt aus dem Japanischen und bedeutet „Stern“. Der Stern ist ein würdiger Träger für die Schwingung der Lichtwesen, denn auch diese weisen uns den Weg. Hier ist der Genuss zu Hause! Von der Begrüßung bis zum Abschied: Höchste Priorität hat bei uns die Gastfreundschaft! In unserem stilvoll eingerichtetem Restaurant werden Sie sich während ihres Besuchs rundum wohlfühlen. Es erwartet Sie ein fabelhafter Service, der Ihnen immer ein Lächeln schenkt und eine vielfältige Speisekarte, welche die Herzen aller japanischen Feinschmecker höher schlagen lässt. In unserer Karte finden sie Genusserlebnisse für jeden Geschmack. Angefangen beim Sushi über Robata bis zur Ramensuppe. Die Zutaten werden jeden Tag frisch vom Markt eingekauft und zubereitet. All unsere Speisen werden mit viel Liebe und Professionalität angerichtet. „Eine Gute Küche ist das Fundament allen Glücks.“ 

Das Restaurant ist ziemlich zentral noch in der Innenstadt gelegen, und dennoch etwas abseits. Man kann es fußläufig von der Innenstadt aus erreichen oder nutzt eine der Straßenbahnlinien in der Nähe.

Sakefässerdeko hinter uns

Das Schönste am Restaurant war das Ambiente. Das Restaurant war weit verteilt: man kommt herein, da ist links Theke, rechts schon ein Zimmer. Dann ein Gang; rechts liegt eine Wendeltreppe, die nach oben zu weiteren Sitzbereichen führt, oder nach unten zu den Toiletten. Weiter geht es rechts mit Küche und links Sitzbereichen, ehe man in einen Wintergarten treten kann. Immer wieder wird japanische Deko angewendet: japanische, riesige Foto-Bilder. Sakefässer. Bonsaibäumchen. Sakeflaschenregale. Das im Internet im Nachhinein in einer Rezension als Tierquälerei erwähnte, kleine Koi-Becken haben wir nicht bewusst gesehen/ nicht bemerkt. Aber selbst trotz der schönen Deko kam irgendwie kein Wohlfühlgefühl bei uns auf. Selbst in kleinen Ramenbars haben wir uns schon wohler gefühlt. Hier war man irgendwie mit vielen Leuten nah beieinander, sonst macht einem das nicht so viel aus, aber vielleicht lag es schon daran, dass wir uns nicht frei setzen durften, sondern platziert wurden und einen komischen Platz bekamen, obwohl das Restaurant sehr leer und noch viel frei war. Wir mussten ausgerechnet direkt neben die drei besetzten Tische gesetzt werden, statt z.B. den zwei Meter weiter drüben in der Ecke zu bekommen (dass man zuerst unten statt oben alles versucht voll zu machen, können wir noch nachvollziehen, aber statt uns dann wenigstens die Wahl des Tisches zu lassen?) Wir endeten dann halb im Gang, hinter uns liefen und stießen uns regelmäßig die anderen Gäste oder Kellner an.. fanden wir nicht so gemütlich. Aber wenigstens war die Deko schön..

Das Personal war okay. Wir haben schon freundlicheres, zuvorkommenderes Personal erlebt, aber das ist jetzt meckern auf hohem Niveau. Nur zwei Situationen waren echt komisch: am Anfang wollten wir eine Karte liegen lassen, falls wir später noch was bestellen wollen, aber der Kellner ging nicht, bis wir ihm diese gegeben hatten (und es war jetzt nicht volles Haus, sodass sie eventuell benötigt würde). Zweite Situation: gleicher Kellner fragte meine Begleitung, ob er abräumen dürfe, hatte dabei aber längst schon zugegriffen und den Teller mitgenommen, während sie noch nicht fertig war mit kauen/essen. Ein Unding eigentlich, was auch mich verdutzt aufsehen ließ. Haben wir so noch nicht erlebt.

Nach unseren insgesamt seltsamen Erfahrungen dort haben wir uns mal die Online Rezensionen angeschaut: Die fallen in der Regel nicht unbedingt schlecht aus, vor allem das Sushi wird gelobt (hätten wir wahrscheinlich lieber bestellen sollen. Wobei ich auch da annehme, vielleicht noch was leckeres, aber nicht authentisch japanisches zu bekommen). Im Internet finden sich Bilder mit optisch auffälligen Sushiplatten. Was dagegen oft bemängelt wird, ist die lange Wartezeit, der Service bzw. Freundlichkeit des Personals und auch das mit den Karten wegnehmen obwohl kaum Tische belegt sind, scheint kein Einzelfall zu sein. Zu Authentizität und speziell Gerichten abseits des Sushi habe ich eher weniger Meinungen gelesen. Scheinbar scheinen leider nicht viele Gäste den Vergleich zu "authentisch" japanischem Essen ziehen zu können.

Das Essen
Es gibt eine Speise- und eine Mittagskarte online auf der Webseite einzusehen. Auf der normalen Speisekarte befinden sich Suppen oder Salate etwa als Vorspeisen. Allein da ist schon verwunderlich, dass es bei Suppen etwa "Misopsuppe" (geh ich noch mit, Japanisch), aber auch "Wantan Suppe" (chinesische Küche), "Tom Yum Gung" (thailändische Küche), "Spicy Kimchi Soup" (koreanische Küche) oder "Pho Bò" (vietnamesische Küche) gibt. Was hat das in einem "Japanese Restaurant" zu suchen? Das geht auf der ganzen Karte so weiter. Die Küche ist allenfalls Japanorientiert. Deshalb ist die Bezeichnung "Japanese Restaurant" unserer Meinung nach nicht ganz korrekt.
Nach den Salaten kommen die "Starter" mit etwa Edamame, "Spring Rolls", oder "Fried Eggplant" u.a. Danach kommt auf der Karte "Tataki / Carpaccio", danach "Robata Grill", "Ramen", "Donburi", "Hauptgerichte - Mains" (Von "Ente Curry" über "Chicken Udon" bis zu "Bun Nem") , "Grill Gerichte" ("Barbarie Ente Robata" bis zu "Garnelen Royal"), "Side Dishes" ("Gegrillte Kartoffel" bis verschiedene Soßen), "Sushi", darunter etwa auch verschiedene "Hoshi Menüs"; "Sashimi", "Nigiri", "Maki", "Crunchy Roll", "Inside Out Roll", "Special Roll", "Desserts".
An Getränken gibt es:  "Soft-Drinks", "Säfte", "Kaffee", "Tee" ("Sencha" ist der einzig japanische auf der Karte), "Homemades" (Eistees, Mixed Drinks; wobei auch hier nichts typisch japanisches dabei ist), "Mocktails", "Cocktails", "Bier", "Shots", "Empfehlungen" (Sake), und die schier endlose Weinkarte erspare ich euch an dieser Stelle. 

Es ist unglaublich viel auf der Karte. Klar, man hat eine riesige Auswahl. Aber für unsere Verhältnisse war es zu viel und zu verschiedenes. Lieber weniger, eine kleinere Karte, dass dafür dann in guter Qualität. Anbei beschreibe ich euch jetzt, welche Gerichte wir hatten und warum wir damit überwiegend nicht zufrieden waren. Zu dem Sushi kann ich wie gesagt nichts sagen, das hatten wir nicht. 


"41. Chicken Ramen: gekochtes Hühnerfleisch, Ei, Pak Choi in der Hühnerbrühe
für 14,90€"

"Chicken Ramen"

Absolut nicht empfehlenswert von meiner Seite aus. Das Hühnerfleisch, auf das ich mich gefreut hatte, war das Schlimmste an den ganzen Ramen (und leider auch das Schlimmste jemals in einem Ramengericht, dass ich gegessen habe.) Es hat mich darin bestätigt, warum ich meistens vegetarisch bestelle (Zum Einschätzen: ich esse Fleisch. Aber zu oft machen Nicht-Japaner in 'Japanischen' Restaurants damit Fehler und es schmeckt dann nicht so locker leicht und lecker wie in Japan). Das Fleisch war nicht lecker, es war zäh und ich hatte harte, knorpelige Stellen darin. Es war super wenig & magere Stücken an Chickenfleisch und ich habe auch noch nicht erlebt, dass die Haut vom Huhn in dünne Streifen geschnitten mit in die Brühe geworfen wird.. Das fiel erst gar nicht auf zwischen den seltsamen Zwiebelringen, die mit in der Brühe waren. Aus persönlichen Kocherfahrungen kann ich nur mutmaßen, dass das jetzt nicht die frischesten und besten Zwiebelringe waren, sondern ziemlich harte Zwiebelhaut. Die Brühe selbst war scharf, obwohl das überhaupt nicht angegeben war. Bei den Fischramen war "scharf" angegeben, nicht jedoch bei den Chicken Ramen. Im falschen Glauben an ein Stück Paprika habe ich mir dummerweise auch eine halbe Chilischote in den Mund gestopft.. Aber außer scharf hat man leider nicht viel geschmeckt von der Brühe. Was war noch drin?: 2 Zuckererbsenschoten (meine persönliche Rettung), ganz viel Dosenmais (der aber immerhin geschmeckt hat so wie man ihn kennt), super hauchzart geschnittene, ganz kleine  Frühlingszwiebelringe (dadurch geschmacklich nicht auffallend), ein halbes Ei (kein richtiges Ramen-Ei. Bin mir nicht sicher, ob es vorher eingelegt wurde, auf jeden Fall war es zu fest gekocht für ein Ramen-Ei), Sesam, ein bisschen Micro-Green/Salat, Nori fein geraspelt, vom Pak Choi -den ich eigentlich sehr mag- war auch leider nur der Reststrunk genutzt; ein harter weißer Teil mehr oder weniger, wenig grün davon. Ja und die Ramen? Waren geballt wenig und vergraben am Boden, als kleines Knäuel und wirkten wie ein Batzen Fertigramen. Insgesamt hat das Gericht keine 5 Minuten gebraucht & an den Tisch gebracht zu werden, was mich schon irgendwie stutzig gemacht hat.

"55. Chicken Udon : gebratene Udon Nudeln mit Hähnchenfilet vom Robata-Grill, Gemüse und Soja-Unagi-Sauce
für 18,90€"

Das "Chicken Udon"

Die Chicken Udon haben länger gebraucht als die Ramen. Das Hähnchenfilet war besser als das Hühnerfleisch der Ramen, das konnte man wirklich essen, war gut. Die Nudeln waren auch gut und meine Begleitung zufriedener mit ihrer Wahl als ich, ABER: das Essen kam halb kalt. Ich habe auch probiert, weil ich es mir nicht vorstellen konnte, aber wirklich. Die Nudeln konnte man nur als kalt, nichtmal lauwarm bezeichnen. Das Gemüse war ziemlich hart und die Soße hätte mehr sein können.

"G46 Coconut Kiss : Orangensaft, Ananassaft, Sahne, Kokossirup
0,3l
für 6,50€"

"Coconut Kiss"

Die Getränke insgesamt waren lecker, süß. Orange habe ich aus meinem Mocktail nicht herausgeschmeckt, hauptsächlich Kokos. Er war ziemlich rosa, deshalb vermute ich generell Himbeere statt Orangensaft. Zumindest waren darin Minze, 2 Zitronenscheiben und 2 Himbeeren. Grundsätzlich habe ich mit dem Geschmack kein Problem gehabt, aber wenn man die Rezeptur verändert, sollte man dies auf der Karte vermerken bzw. wenn es ein kurzfristiges Problem ist, dann wenigstens bei der Bestellung anmerken.

"D1. Gebackene Banane mit Honig-Grüntee-Eis und Obst
für 8,00€"

Die Gebackene Banane

Den Nachtisch musste ich nach der Enttäuschung mit der Hauptspeise einfach noch bestellt, um noch einen anderen Geschmack zu bekommen und vielleicht doch noch ein positives Erlebnis zu haben 🙈 und ich wurde da zumindest nicht enttäuscht: die Gebackene Banane hat erst einmal viel länger gedauert als die Ramen. Schon witzig, wenn der Nachtisch also länger braucht als die Hauptspeise. Dann sah der Teller schon auch echt hübsch aus. Es gab (leider auch nur) 3 kleine Krokettengroße Stück Banane, lecker überbacken, dazu: Sahne, Honig, Beerensauce, Mangosauce. Das Grüntee-Eis kam extra in einem kleinen Schälchen und hatte einen milden, angenehmen Matcha-Geschmack. Das in der Beschreibung angegebene Obst dagegen war ein Witz und bestand aus einer Physalis, 3 Heidelbeerchen, 1 Himbeere und 2 Orangenscheibenviertel. Geschmeckt hat der Nachtisch sehr gut, aber er war eben auch nicht ein japanisches Gericht, dass man bezüglich Authentizität beurteilen könnte. Und die drei Stück Banane plus eine Eiskugel für 8 € waren schon auch sehr happig.

FAZIT: 
Kein Original Japaner, was man hier leider mal deutlich spürt. Das Geschäft ist zu weit aufgestellt mit seiner Speisekarte, hat sich zu viel vorgenommen. Ramen definitiv nicht empfehlenswert, das im Internet von vielen gelobte Sushi weiß ich nicht, wie es schmeckt (optisch war es hübsch, aber mit 'echtem' Sushi sicher nicht vergleichbar. Eher gut im Sinne von "deutschem Sushi"). Hier sollte man definitiv bei Google die weniger guten Rezensionen lesen und ihnen Glauben schenken, dass sind die Leute, die etwas genauer und kritischer hinsehen. Wer authentisch Japanisch essen gehen möchte, hier definitiv nicht. Wir waren leider sehr enttäuscht, da einfach zu vieles nicht gestimmt hat, dabei sind wir insgesamt nicht so, dass wir sonst nur das Negative sehen. Wer ein positiveres Ramen-Erlebnis möchte, sollte sich mal meine anderen Rezensionen anschauen, aber definitiv nicht hier essen. Leider waren wir so enttäuscht, dass wir sicher nicht noch einmal kommen, um das Sushi zu testen.

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Anreise: 

Hoshi Leipzig
Ratsfreischulstr. 6
04109 Leipzig

www.hoshileipzig.de
info@hoshileipzig.de
0341/24841851

Öffnungszeiten:
Mo-Sa 11.30 - 23.00
So 12.00 - 22.00 

Per Bahn: 
Linien 14,10,11 bis "Wilhelm-Leuschner-Platz", dann noch etwa 5Min zu Fuß (ab Hbf: insgesamt ca. 15 Min)
Linie 9 bis "Thomaskirche", von da aus noch ca. 3 Min zu Fuß



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Stand: Aug. 2026

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